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Schnittzeitpunkt von Obstbäumen, Beeren, Nüssen usw.

Fachwissen

Übersicht über den besten Schnittzeitpunkt und seine Wirkung auf das Wachstum.

Farbe: Hellgrün => Schnittzeit,    Farbe:Dunkelgrün => Kernschnittzeit, bester Zeitpunkt

ArtSep.Okt.Nov.Dez.Jan.Feb.Mär.Apr.MaiJun.Jul.Aug.

























Kernobst























Apfel


















Birne

















Quitte


















Zierapfel











Nashi,Birne




















Spalierobst














Granatapfel












































Art
Sep.Okt.Nov.Dez.Jan.Feb.Mär.Apr.MaiJun.Jul.Aug.
Steinobst























Süßkirsche














Sauerkirsche


















Zwetschge


















Mirabelle


















Reneklode


















Pflaume


















Nektarine


















Pfirsich









Aprikose


















Kornelkirsche












































ArtSep.Okt.Nov.Dez.Jan.Feb.Mär.Apr.MaiJJun.Jul.Aug.
Beerenarten























Erdbeere


















Rot/Weis.-Joha




















Schw.-Johannisb

















Stachelbeere




















Goji-Beere

















Josta-Beere


















Brombeere


















Himbeere früh




















Himbeere spät




















Heidelbeere





















Maulbeere














































ArtSep.Okt.Nov.Dez.Jan.Feb.Mär.Apr.MaiJun.Jul.Aug.
Nüsse


















Haselnuss
















Walnuss














Ess-Kastanie








































ArtSep.Okt.Nov.Dez.Jan.Feb.Mär.Apr.MaiJun.Jul.Aug.
Verschiedenes





















Kiwi




















Indianer-Banane





















Olive



















Trauben/Weinreben
















Der Schnittzeitpunkt bestimmt die Wirkung.

Der Schnittzeitpunkt entscheidet maßgeblich darüber, ob ein Baum im Trieb gefördert oder gebremst wird.

Winterschnitt
Der Baum hat im Vorjahr ein Gleichgewicht zwischen Krone und Wurzel aufgebaut. Schneiden wir im Winter die Äste  ab, versorgt die gleich groß gebliebene Wurzel weniger Knospen. Diese können nun kräftiger austreiben.


starker Winterschnitt                     schwacher Winterschnitt                       kein Schnitt
--> starker Austrieb                         --> schwacher Austrieb aus                    --> Beruhigung
aus wenigen Knospen                        mehreren Knospen

Sommerriss
Mit dem Sommerriss, der ab Mai bis Juni durchgeführt wird, kann man frühzeitig unerwünschten Entwicklungen begegnen. Grüne Triebe werden ausgerissen, die man sonst im Winter schneiden würde. Triebe, die nach innen wachsen, können im Sommer ausgerissen werden. Der Baum reagiert darauf vor allem mit kurzen Trieben, die schneller fruchten:
  • Risswunden heilen besser als Schnittwunden
  • Die Wundheilung in der Wachstumsperiode ist besser als im Winter
  • Der Baum spart Energie, da die Triebe nicht bis in den Winter versorgt und dann weggeschnitten werden
  • An den Risswunden erfolgt der Neutrieb

Sommerschnitt
Der Baum hat im Sommer ein Gleichgewicht zwischen den Blättern ("Grünes Kraftwerk") und den Wurzeln aufgebaut. Werden im Sommer Äste mit Blättern abgeschnitten, regelt dies die Leistung herunter und das Baumwachstum wird eingeschränkt. Der Effekt verstärkt sich, je stärker geschnitten wird.

Starker Sommerschnitt -> kaum Austrieb

Der Sommerschnitt wird im Juli/August durchgeführt, wenn das Triebwachstum abgeschlossen ist. Die erkennt man an der Knospenbildung am Triebende. Wird vorher geschnitten kommt es zu Neutrieben was nicht erwünscht ist.

Warum Sommerschnitt:
  • Der Sommerschnitt dient vor allem der Triebberuhigung und empfiehlt sich daher bei sehr triebigen Bäumen oder wenn größere Eingriffe geplant sind.
  • In ertragsschwachen Jahren erfolgt eine stärkere Triebbildung. Dies erfordert einen stärkeren Schnitt, der dann bevorzugt im Sommer erfolgt.
  • Kirschen werden grundsätzlich im späten Frühjahr und im Sommer geschnitten.
  • Bessere Fruchtqualitäten durch bessere Versorgung und Belichtung
  • Die Blütenknospen werden kräftiger.
  • Wunden verheilen besser.

Keinen Sommerschnitt durchführen:
  • bei Jungbäumen in den ersten Standjahren, da sonst ihr Wachstum stark gebremt wird.
  • bei starkem Behang, da sonst die Früchte unzureichend ernährt werden, (1 Frucht braucht ca. 20 -25 gesunde Blätter).
  • bei Bäumen die schwachtriebig sind und kränkeln.

Wie wird geschnitten:
  • grundsätzlich wie beim Winterschnitt, (vorweggenommener Winterschnitt).
  • starke senkrechte Treibe wegnehmen.

Bedeutung für die Praxis
  • Einen Jungbaum oder einen Baum mit schwachem Trieb schneidet man im Winter kräftig, um ihn zu fördern.
  • Einen sehr triebigen Baum schneidet man im Winter zurückhaltender oder gar nicht bzw. im Sommer, um ihn zu beruhigen.

Fördern oder Beruhigen:
Folgende Faktoren entscheiden darüber, ob ein Baum oder Ast im Trieb gefördert oder beruhigt wird:

Förderung                                                                
  • bei Jungbäumen
  • bei vergreisten Altbäumen mit wenig Neutrieb
  • bei zu schwachen Leitästen

Beruhigung
  • bei sehr triebigen Bäumen
  • bei sehr geringen Fruchtertägen
  • bei Fruchtästen



© Text und Bildernachweis
Textauszüge und Bilder aus der Broschüre (Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen) vom deutschen Verband für Landschaftspflege.

     


 
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